Archiv der Kategorie 'Allgemein'

Beitrag zur Umbenennungsdebatte für einen Sven-Beuter-Platz/-Ufer

Mit großem Interesse haben wir die Diskussion um die (Um-) Benennungsdebatte im Zusammenhang mit dem Todesopfer rechter Gewalt Sven Beuter verfolgt. Wir waren doch etwas verwundert, als von fast allen Seiten der Vorwurf kam, dass sowohl die Antifa Jugend Brandenburg, als auch die Gruppen die das Gedenken der vergangenen Jahre organisiert haben, Sven Beuter zu einer „Ikone“ oder einem „Held“ stilisieren wollen würden.
Wir wollen hiermit klarstellen, dass es nie Ziel war und nie sein wird, Sven Beuter zu einer Ikone zu machen, sondern dass es uns und anderen Organisator_innen immer darum ging und geht die Ursachen für seinen Tod klar zu benennen – die sozialdarwinistische und diskriminierende Gesellschaft, in der nur Menschen als wertvoll erachtet werden, die einen Nutzen für diese haben. Zum anderen lehnen wir eine Umbenennung des Alfred-Messel-Platz und die Benennung des Uferwegs ab, denn es gibt aktuell wichtigere Probleme, denen wir uns stellen müssen: täglich brennende Geflüchtetenunterkünfte, Übergriffe auf Geflüchtete, Arbeiter_innenkämpfe, Rassist_innen und Neonazis, die zu hunderten durch brandenburgische Städte marschieren und Hass schüren, um nur einige zu nennen. Des Weiteren gibt es für die Benennung auch keine gesellschaftliche Mehrheit. Wir haben die gescheiterten Umbenennungskämpfe in Neuruppin und Eberswalde sowie den erfolgreichen in Berlin mit großem Interesse verfolgt und sind zu dem Schluss gekommen, dass wir diesen Weg, aus den genannten Gründen, nicht beschreiten wollen.
Bevor weiter spekuliert wird, bitten wir doch nochmal alle Beteiligten sowohl unseren Aufruf als auch die der vergangenen Jahre zu lesen, bevor Vorwürfe in den Raum gestellt werden, die nicht den Tatsachen entsprechen.

[12.01. Rathenow] Dem deut­schen Mob ent­ge­gen­tre­ten – Anti­ras­sis­ti­sche Struk­tu­ren stärken

Aufruf zur Antira-Demonstration am 12. Januar in Rathenow:

In ver­schie­de­nen Städ­ten Bran­den­burgs tref­fen sich, mit­un­ter wöchent­lich, ras­sis­ti­sche Bürger_innen und Neo­na­zis um u.a. gegen Geflüch­tete zu het­zen. Städte wie Nauen kön­nen getrost als „Natio­nal befreite Zone“ bezeich­net werden.
In Rathe­now demons­trie­ren seit Mona­ten bis zu 800 Deut­sche, Neo­na­zis, ras­sis­ti­sche Bürger_innen und „besorgte“ Anwohner_innen gegen ver­meint­li­chen Asyl­miss­brauch, „Mul­ti­kulti“, Migrant_innen und für eine Rück­be­sin­nung auf das „eigene Volk“. Längst ist Rathe­now zum aktu­el­len Brenn­punkt ras­sis­ti­scher Mobi­li­sie­run­gen in Bran­den­burg gewor­den. Grund genug zu inter­ve­nie­ren und lokale pro­gres­sive Akteure zu unterstützen. (mehr…)

Chronologie neonazistischer und rassistischer Aktivitäten in Brandenburg an der Havel im Jahr 2015

Im Jahr 2015 nahmen neonazistische und rassistische Aktivitäten in Brandenburg an der Havel zu. Es gab insgesamt fünf Demonstrationen, zwei Kundgebungen und sechsmal wurde das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen zur Anzeige gebracht. Des Weiteren nahmen bei vier Informationsveranstaltungen zu geplanten Geflüchtetenunterkünften Neonazis teil. Sie verhielten sich jedoch immer auffällig ruhig. Während eines Gedenkspazierganges am 21. Februar für den ermordeten Sven Beuter, provozierten fünf Neonazis, unter ihnen der verurteilte Totschläger Beuters, die Teilnehmenden. Des Weiteren gab es drei zur Anzeige gebrachte und nachweislich rassistisch motivierte Übergriffe auf Geflüchtete. Es gab noch mindestens zwei weitere Übergriffe, bei denen Menschen mit Migrationshintergrund Opfer waren, ob es sich hierbei um rassistisch motivierte Angriffe handelt ist noch nicht abschließend geklärt. Hinzu kommen drei Verhandlungen gegen Neonazis am Amtsgericht der Havelstadt.
Insgesamt wurden im Laufe des Jahres drei rassistische Facebookseiten gegründet: »Nein zum Heim in Kirchmöser«, »Nein zum Heim in Brandenburg« und »Brandenburg sagt NEIN zur aktuellen Flüchtlingspolitik«.
Im vergangenen Jahr rückte auch wieder der »Hof Märkische Heide«, er befindet sich im Besitz des »Bundes für Gotterkenntnis«, in den Fokus, denn dieser warb öffentlich für ein Seminarwochenende im März. Hierbei wurden krude Verschwörungstheorien und Geschichtsrevisionismus verbreitet. Nach eigener Aussage finden dort jeweils im Frühjahr und im Herbst Seminarwochenenden statt.
Im Folgenden werden einige Akteure und ihre Aktionen in der Havelstadt näher beleuchtet.
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English call for the campaign „fighting for 20 years“

7th November 1992: Rolf Schulze is beaten, drowned and then burned by three neo-nazis in Lehnin.

20th February 1996: Sven Beuter is kicked to death in Brandenburg an der Havel by a neo-nazi.

They are only two of more than 180 victims of neo-nazi violence. These two murders should not be considered as the actions of two individuals but as the consequence of a capitalist and neo-nazi way of thought. If needed, a social group is chosen and declared responsible for each injustice of the capitalist system. Persons are arbitrarily held responsible for social grievances simply due to their origin, sexual orientation, religion, social status or other characteristics. The federal government and its representatives enable and strengthen this attitude as they condemn violence against refugees, while simultaneously separating them into political and economic refugees and denying the latter the right to asylum. Through this, bourgeois racists feel their opinions to be confirmed, and consider themselves law-abiding when they set fire to uninhabited shelter or attack refugees and/or their supporters. Therefore it is, in our opinion, just a matter of time until the attacks are aimed at inhabited shelter and people die.

No matter where and in what forms exclusion and discrimination occur, it is our duty to confidently oppose and fight them on all levels and by all means! If you feel you are fighting a losing battle against the everyday hate speech at work, school or the university, remember:

You are not alone!
Organize and fight back!

Antifa in der Krise? – Diskussionsbeitrag der Antifa Jugend Brandenburg

In den vergangenen Monaten lösten sich etliche große Antifazusammenhänge auf und es konnte viel darüber gelesen werden, dass sich die antifaschistische Bewegung in der Krise befindet. Nahezu ausnahmslos wird diese Diskussion nur in größeren Städten geführt, wobei allen klar sein muss, dass gerade außerhalb von Großstädten die Situation mit der in den Städten nur schwer vergleichbar ist und es für viele Dorfantifas, zu denen wir uns auch zählen, ein Schlag ins Gesicht war.
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